Bilder fürs Web optimieren: Schritt-für-Schritt für bessere Core Web Vitals

Größe runter, Qualität rauf, Ladezeit halbiert. Eine kompakte Anleitung für Webmaster, die ihre Seite messbar schneller machen wollen.

Bilder sind auf den meisten Webseiten der größte Performance-Brocken. Wer sie clever optimiert, halbiert die Ladezeit, verbessert die Core Web Vitals und steigt im Google-Ranking. Hier eine kompakte, machbare Anleitung – ohne Server-Tooling oder CDN-Abo.

Warum Bild-Optimierung sich lohnt

Google misst seit 2021 die Core Web Vitals – drei Performance-Metriken, die direkt ins Ranking einfließen:

  • LCP (Largest Contentful Paint): wie lange das größte sichtbare Element zum Laden braucht. Das ist meistens ein Bild.
  • CLS (Cumulative Layout Shift): wie sehr Inhalte beim Laden hin- und herspringen. Bilder ohne fixe Maße sind Hauptursache.
  • INP (Interaction to Next Paint): wie schnell die Seite auf Eingaben reagiert. Riesige Bilder blockieren auch das.

Drei Stellschrauben verändern alle drei Werte: Format, Komprimierung, Pixel-Maße. Genau in dieser Reihenfolge gehen wir's durch.

1. Format wechseln: zu WebP

WebP ist das neue Standardformat fürs Web. Es ist 25–50 % kleiner als JPG bei gleicher Qualität und unterstützt Transparenz wie PNG. Alle aktuellen Browser können es.

Praktisch heißt das: Konvertiere alle Web-Bilder einmal nach WebP – mit unserem WebP Konverter oder gezielt mit JPG zu WebP bzw. PNG zu WebP. Die alten JPGs/PNGs kannst du als Fallback behalten oder einfach ersetzen.

HTML mit Fallback

Wenn du absolut sicher gehen willst, dass auch sehr alte Browser funktionieren:

<picture>
  <source srcset="/img/foo.webp" type="image/webp">
  <img src="/img/foo.jpg" alt="…" loading="lazy">
</picture>

In der Praxis reicht meist ein direktes <img src="foo.webp">, weil 95 %+ der Besucher WebP unterstützen.

2. Qualität reduzieren: 80 % ist der Sweet Spot

Niemand braucht 100 % Qualität. Bei 80 % siehst du visuell keinen Unterschied, sparst aber 30–50 % Dateigröße. Bei 70 % wird's für genaue Augen leicht weicher, aber für Standard-Webseiten meist akzeptabel.

Probier den Effekt direkt aus mit Bild komprimieren: Gleiches Bild zweimal hochladen, einmal mit 90 %, einmal mit 70 %. Die Größenunterschiede überraschen oft mehr als die optischen.

3. Pixel-Maße anpassen: nicht größer als nötig

Der häufigste Anfängerfehler: Bilder werden in 4000×3000 Pixel hochgeladen, dann per CSS auf 800×600 gesetzt. Der Browser lädt trotzdem die volle Datei – verschwendete Bandbreite.

Faustregeln für die maximale Bildbreite:

  • Hero-Bild über volle Breite: 1920 px reichen. Mehr brauchen nur 4K-Monitore – und für die kannst du per srcset eine zusätzliche Variante anbieten.
  • Content-Bild in einem Artikel: 1200 px maximal.
  • Thumbnail in einer Liste: 400 px reichen.
  • Avatar/Icon: 200 px reichen.

Mit Bild verkleinern bringst du eine ganze Foto-Galerie schnell auf einheitliche Maße.

4. Lazy Loading aktivieren

Bilder, die der Nutzer nicht sieht, müssen nicht sofort geladen werden. Ein einziges Attribut reicht:

<img src="…" loading="lazy" alt="…">

Das verbessert vor allem den ersten Pageload (LCP), weil Bilder weiter unten warten, bis du in ihre Nähe scrollst. Für das Hero-Bild oben nicht verwenden – das soll sofort laden.

5. Bildmaße immer angeben (gegen CLS)

Wenn der Browser nicht weiß, wie groß ein Bild wird, „springt" das Layout beim Nachladen. Schreibe also immer:

<img src="…" width="1200" height="800" alt="…">

Mit CSS kannst du die Maße trotzdem responsive machen (img { max-width: 100%; height: auto; }). Das Verhältnis bleibt erhalten.

Bonus: ein Bild – ein Workflow

Nimm ein typisches Foto direkt aus der Kamera (z. B. 4032×3024, 4 MB JPG). Mein Standard-Workflow:

  1. Auf 1920 px Breite verkleinern → ~1.2 MB.
  2. Als WebP bei 80 % speichern → ~250 KB.
  3. Im HTML mit loading="lazy" und Maß-Angaben einbinden.

Das war's. Aus 4 MB werden 250 KB – 94 % weniger Daten, kein sichtbarer Qualitätsverlust. Multipliziere das mit allen Bildern auf einer Seite, und du verstehst, warum LCP-Werte plötzlich grün werden.